AGRAVIS aktuell 3/2018



Rainer Melle bereitet Puten auf den Sommer vor

Beraten gemeinsam, was bei Hitze zu tun ist (v. li.): Andre Stevens, Produktmanager Geflügel, Landwirt Rainer Melle und Michael Eilers-Rethwisch, Geflügel-Produktionsberater.
Dass Puten empfindliche Tiere sind, weiß Rainer Melle aus langjähriger Erfahrung. Seit 29 Jahren mästet der Landwirt aus Großenkneten-Hespenbusch Puten. Zur Zeit hält er 10.000 und 6.000 vorgezogene Putenhähne an zwei Standorten. „Im Sommer 2015 haben wir Lehrgeld bezahlt, als wir eine lange, heiße Phase und große Temperaturdifferenzen zwischen den einzelnen Tagen hatten“, erzählt Melle. „Besonders die Tiere in der Endmast können Hitze nicht gut vertragen. Deshalb haben wir ins Stallklima investiert, das Management optimiert und unterstützen mit Ergänzungsfuttermitteln den Organismus. So können wir bei Hitze noch besser agieren.“

Hitzevorwarnungen

Für Rainer Melle ist es wichtig, noch besser vorbereitet zu sein, wenn die Hitze kommt. Vorgewarnt wird er nun durch die Miravit Thermotool-App, die er sich auf sein Smartphone heruntergeladen hat. Ein Hitzestress-Index, berechnet aus Temperatur und Luftfeuchtigkeit, gibt eine Vorhersage für die nächsten Tage an. „Dann weiß ich, was auf mich zukommt und kann schon im Vorfeld an den richtigen Schrauben drehen“, freut sich der Landwirt über die digitale Unterstützung.

Maßnahmen gegen Hitzestress

Im Frühjahr 2015 hat der Betriebsleiter vier Sommerlüfter in jeden Stall gebaut. Trotzdem musste er im gleichen Jahr im Juli aufgrund einer Hitzeperiode hohe Verluste hinnehmen. Deshalb hat Melle 2016 noch eine Sprühkühlung in den Ställen installiert, die je nach eingestellter Temperatur und Luftfeuchtigkeit in regelmäßigen Intervallen Wasser über sehr feine Düsen im Stall verteilt. „Dabei darf es nicht zu feucht werden, damit sich die Tiere nicht erkälten“, erklärt Melle. „Damit kann die Temperatur um 3 °C bis 8 °C gesenkt werden.” Gefüttert werden die Puten je nach Mastphase mit Putenmastfutter P3 bis P6. Der darin enthaltene gebrochene Mais trägt zur besseren Ausprägung der Muskelmagen-Aktivität und zu einer verbesserten Darmgesundheit bei. Weiterhin führt die optimierte Nährstoffzusammensetzung zu einer guten Verdaulichkeit des Futters, was die Puten zudem besonders im Sommer unterstützt. Mit der Zugabe von Ergänzungsfuttermitteln unterstützt Melle bei hohen Temperaturen ab 30 °C vor allem das Wohlbefinden der großen Tiere ab der 18. Lebenswoche zusätzlich. Ein kombinierter Einsatz aus Miravit AscoStabil und Miravit Hydrolac hat sich für den Putenhalter bewährt.

Ergänzungsfuttermittel werden über das Tränkewasser verabreicht

Produktmanager Andre Stevens erläutert, was die Ergänzungsfuttermittel bewirken: „Miravit AscoStabil kann die antioxidative Fähigkeit im Organismus steigern, freie Radikale binden und somit unschädlich machen. Diese speziell ausgewählte Kombination sorgt unter anderem für eine längere Stabilität der hergestellten Gebrauchslösung. In Miravit Hydrolac befinden sich Elektrolyte, um die Elektrolyt-Verluste über die Schnabelatmung zu kompensieren.“ Michael Eilers-Rethwisch, Geflügel-Produktionsberater der AGRAVIS Mischfutter Oldenburg/Ostfriesland GmbH, der den Betrieb gemeinsam mit der Raiffeisen Bissel eG berät, hat gute Erfahrungen mit der Kombination gesammelt: „Die Tiere sind fit und haben weniger Stress, wenn es heiß ist.“ Die beiden Produkte sollten am Tag der Hitze und am Tag darauf über das Tränkewasser verabreicht werden. Für 1.000 Liter Tränkewasser werden 1,5 Liter AscoStabil und fünf Tabletten Hydrolac benötigt.

Wenn die Hitze kommt, verbringt Rainer Melle noch mehr Zeit im Stall: Lüftungs- und Sprühkühlungsintervalle werden überprüft und die Ergänzungsfuttermittel dosiert. „Natürlich ist das zeitlich und finanziell mehr Aufwand. Aber wir wollen, dass es den Tieren gut geht und sie möglichst wenig Stress haben“, lautet das Fazit des Landwirts.

Infos gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern und bei Andre Stevens, Telefon 0251 . 682-2283, andre.stevens@agravis.de.

Die Miravit-Thermotool-App ist im Google Play-Store und iTunes-Store erhältlich.



Henning Arnken: Effizienz statt Maximalleistung

Freuen sich, dass die Ration gut bei den Kühen ankommt (v. li.): AGRAVIS-Produktmanager Dr. Peter Rösmann, Henning Arnken, AGRAVIS-Produktionsberater Andreas Bührmann und Martin Bertels, Geschäftsführer der RWG Ammerland-Ostfriesland eG.
In der Region Oldenburg ist der Grünlandanteil hoch. Entsprechend viele Milchviehhalter sind in der Region aktiv. Henning Arnken ist mit 120 Milchkühen einer davon. „Obwohl wir die Färsen zukaufen und keine eigene Nachzucht mehr aufziehen, haben wir keine Probleme mit Krankheiten. Die Tiere sind gesund, haben eine gute Futteraufnahme und eine stabile Leistung“, beschreibt der Betriebsleiter seine Herde. Vor allem die Futtereffizienz liegt ihm dabei am Herzen: „Bei mir steht nicht die maximale Leistung im Fokus, sondern effizient zu füttern: Aus weniger Futter mehr Milch machen. Das ist kein Widerspruch. Vielmehr müssen viele Rädchen perfekt ineinander greifen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Denn damit wird am Ende das Geld verdient.“ Ein wichtiger Faktor ist dabei die Produktion von qualitativ hochwertigem Grundfutter.


Das Laktaria QFit-Programm

Vor rund drei Jahren hat Henning Arnken erstmals Laktaria Qfit, ein Milchleistungsfutter mit Aminosäuren, getestet. „Erst habe ich es on top mit dem Kraftfutter im Melkroboter gefüttert. Das hat von Anfang an gut funktioniert. Dann habe ich nach und nach das Kraftfutter im Melkroboter und auch am Futtertisch um insgesamt 2 Kilogramm reduziert. Die Leistung ist dennoch stabil geblieben, der Phosphor-Anteil in der Fütterung konnte aufgrund der Rohproteinreduzierung ebenfalls reduziert und die Tiergesundheit gleichzeitig gesteigert werden.“

Aminosäuren sind entscheidend in der Milchviehfütterung

AGRAVIS-Produktmanager Dr. Peter Rösmann erläutert, warum die Aminosäuren in der Milchviehfütterung so wichtig sind: „Ein hoher Grassilageanteil geht mit einem hohen Rohproteingehalt der Ration einher. Grundsätzlich benötigen Kühe aber keine Proteine, sondern Aminosäuren. Methionin und Lysin gelten als begrenzende Aminosäuren in der Milchviehfütterung, denn die Kuh kann diese nicht selbst bilden. Werden sie als Ergänzungsfuttermittel zugeführt, stehen sie der Kuh im Dünndarm zur Verfügung.“ Dies hat einen positiven Effekt auf die Milchmenge und den Milcheiweißgehalt bei gleichzeitiger Einsparung von Protein in der Ration. Außerdem wird der Leberstoffwechsel entlastet, da weniger wertvolle Aminosäuren über den Harn ausgeschieden werden. „Wird gleichzeitig der Phosphorgehalt in der Ration gesenkt, werden neben den N-Ausscheidungen auch die Phosphorausscheidungen vermindert. Beides wichtige Faktoren, die sich auch positiv auf die Umsetzung der neuen Düngeverordnung auswirken“, stellt Rösmann einen großen Vorteil dar. Andreas Bührmann, Produktionsberater der AGRAVIS Mischfutter Oldenburg/Ostfriesland GmbH, ergänzt: „Hier in der Region werden Aminosäuren aufgrund hoher Grassilageanteile schon seit vielen Jahren zugeführt – allerdings ging es früher mehr um eine bessere Tiergesundheit. Der positive Effekt auf die Düngebilanz ist aktuell ein weiterer wichtiger Vorteil für die Betriebe.“

Individuelle Grundfutteranalyse

Allerdings spielt die Zusammensetzung der Ration eine wichtige Rolle, um exakt am Bedarf der Tiere zu füttern. „Die individuelle Grundfutteranalyse schärft den Blick auf die Ration“, weiß Bührmann aus Erfahrung. „Um genau am verdaulichen Phosphor und dem Bedarf an Mengenelementen zu füttern, ohne Milchleistung einzubüßen und gleichzeitig Nährstoffe und Fläche einzusparen, brauchen wir individuelle Analysen des Grundfutters.“ Denn auch Phosphor ist essentiell für die Versorgung der Milchkühe und kann nicht einfach „Pi mal Daumen“ eingespart werden, um weniger Phosphor in der Gülle zu haben.

Phokus hilft bei der bedarfsgerechten und phosphoroptimierten Rationsgestaltung

Das AGRAVIS-Rationsberechnungstool Phokus bietet bei der Berechnung wichtige Hilfestellungen, erläutert Dr. Peter Rösmann: „Die Rationsgestaltung wird auf der Basis des darmverdaulichen Phosphors bei der Milchkuh optimiert und gleichzeitig der Phosphorbedarf der Pansenmikroben berücksichtigt. So wird eine gezielte Absenkung des Brutto-Phosphorgehaltes in der Gesamtration ermöglicht.“ Auf der Basis der betriebsindividuellen Nähr- und Mineralstoffanalysen der eingesetzten Silagen kann Andreas Bührmann mit Phokus eine bedarfsgerechte und phosphoroptimierte Milchviehration unter Berücksichtigung der möglichen Phosphoreinsparung in der Ration für seine Betriebe berechnen. Dies spart Futterkosten, verringert nachhaltig die Phosphorüberhänge in der Ration und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur zukunftsorientierten Milcherzeugung.

Praxistaugliche Konzepte sind umsetzbar

Martin Bertels, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Ammerland-Ostfriesland eG, die Henning Arnken ebenfalls als Handelspartner unterstützt, schätzt die große Datenbasis, die auf dem Gebiet der phosphor- und aminosäurenoptimierten Fütterung bei AGRAVIS vorhanden ist. „Das Thema wird hier schon seit vielen Jahren umgesetzt, stetig weiterentwickelt und basiert auf sehr vielen Daten – Futteranalysen und Rationsberechnungen. Aufgrund dieser hohen Erfahrungswerte wissen wir, dass sich Aminosäureoptimierung und Phosphorreduzierung in praxistaugliche Konzepte und effiziente Rationen umsetzen lässt. Unsere Berater können in der Berechnung und Beratung auf eine fundierte und breite Datenbasis zurückgreifen.“

Henning Arnken hat ein System für seinen Betrieb gefunden, das gut läuft. „Letztendlich habe ich für mich entschieden, lieber Feinheiten besser zu machen, um die Futtereffizienz noch weiter zu erhöhen, als weiter zu wachsen.“

Weitere Infos gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern, bei Dr. Peter Rösmann, Telefon 0251 . 682-2262, peter.roesmann@agravis.de, und Andreas Bührmann, Telefon 0173 . 3513752, andreas.buehrmann@agravis.de.



AGRAVIS aktuell 2/2018



Dr. Svenja Sudeick ist Tierärztin bei der AGRAVIS Raiffeisen AG.

Folgeschäden nicht unterschätzen

Milchfieber gehört zu den häufigsten Stoffwechselerkrankungen von Kühen rund um den Geburtszeitpunkt. Dr. Svenja Sudeick, Tierärztin bei der AGRAVIS Raiffeisen AG, informiert über die Auswirkungen und erläutert, warum die Milchfieberprophylaxe so wichtig ist.

Was ist Milchfieber?

Dr. Sudeick: Milchfieber ist eine Erkrankung, die vor allem bei Kühen rund um die Geburt auftritt. Die Ursache ist ein verminderter Gehalt an Calcium im Blut. Vor allem Kühe mit einer sehr guten Milchleistung tragen ein erhöhtes Risiko. In der Laktation benötigt die Kuh mehr Calcium, da ein beträchtlicher Anteil mit der Milch abgegeben wird. Diesen Bedarf versucht die Kuh über die Aufnahme von Calcium aus dem Futter und die Mobilisation aus den Knochen zu decken. Werden betroffene Tiere nicht rechtzeitig behandelt, kann ein solcher Zustand schnell lebensbedrohlich werden.

An welchen Symptomen kann der Landwirt Milchfieber bei seinen Kühen erkennen?

Dr. Sudeick: Milchfieber kann in unterschiedlichen Varianten auftreten. Beim klassischen Milchfieber (Calciummangel) sind die Tiere unruhig, fressen nicht, die Muskeln zucken zum Beispiel im Schulterbereich und an den Ohren. Sie zeigen ein verändertes Gangbild. Mit fortschreitender Symptomatik werden die betroffenen Kühe träge, schläfrig und liegen schließlich fest. Auch ein Phosphor- oder Magnesiummangel kann ursächlich für das Festliegen der Kühe sein, da der Calcium- und der Phosphorstoffwechsel eng miteinander verknüpft sind. Die Tiere sind dabei jedoch nicht komatös, fressen und geben weiter Milch. Bei der Bezeichnung Milchfieber erwartet man eigentlich einen Anstieg der Körpertemperatur. Tatsächlich ist aber ein Absinken der Körpertemperatur zu beobachten. Ein typisches Zeichen bei Milchfieber sind kalte Ohren. Bei der subklinischen Form sind häufiges Liegen (kein Festliegen), wechselwarme Ohren, eine schlechte Futteraufnahme, fehlendes Wiederkauen sowie zögerliches, schwerfälliges Aufstehen zu beobachten. Die nach der Kalbung erwartete Milchleistung wird häufig nicht erreicht. Betroffene Kühe sind zudem deutlich anfälliger für Krankheiten. Subklinisches Milchfieber wird häufig erst bei genauerer Betrachtung erkannt, da die Symptome unscheinbarer sind als die des klassischen Milchfiebers. Aus diesem Grund sollte vorbeugend agiert werden.

Was ist zu tun, wenn eine Kuh an Milchfieber erkrankt?

Dr. Sudeick: Akute Fälle, bei denen die Kuh festliegt, sind als Notfall zu betrachten und müssen sofort behandelt werden. Der Rat des Hoftierarztes ist unverzüglich einzuholen. Er erstellt den Therapieplan und begleitet Landwirt und Kuh während der Behandlung. Eine Calciuminfusion ist häufig die erste Maßnahme, um die Kuh zu stabilisieren.

Welche Folgen hat Milchfieber für die Kuh?

Dr. Sudeick: Calcium ist an der Kontraktion der Muskulatur beteiligt. Durch verminderte Muskeltätigkeit bei Calciummangel können die Tiere ausrutschen und festliegen. Folgen sind Muskelschädigungen und Knochenbrüche. Auch der Schließmuskel in der Zitze wird beeinträchtigt, sodass der Zitzenkanal nach dem Melken nicht mehr ausreichend schließt. Keime können in das Euter eindringen und das Risiko für eine Mastitis erhöht sich. Wehenschwäche oder Nachgeburtsverhalten können als Folge schwacher oder fehlender Kontraktion der Gebärmutter auftreten. Durch die reduzierte Futteraufnahme können Ketosen entstehen. Außerdem kann eine Beeinträchtigung der Pansen- und Labmagenmotorik zu einer Labmagenverlagerung führen. Anhand diverser möglicher Folgeschädigungen sollte Milchfieber vor allem als Bestandsproblem nicht unterschätzt werden.

Welche Vorbeugemaßnahmen kann der Landwirt treffen?

Dr. Sudeick: Eine Grundvoraussetzung, um Milchfieber zu vermeiden, ist eine gute Futteraufnahme um den Kalbetermin, sodass Calcium aus dem Futter in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Überkonditionierte Kühe, schnelle Rationswechsel und schlechte Haltungsbedingungen sind zu vermeiden. Um den Calciumhaushalt zu regulieren, werden Konzepte benötigt, die die Freisetzung aus den Knochen und die Aufnahme aus dem Darm optimieren. Bewährt hat sich hier unter anderem die orale Gabe von Calciumpräparaten. Das Produkt Miravit CalciStart zählt zu diesen Präparaten. Miravit CalciStart (500 Milliliter) enthält zusätzlich zu 59 Gramm verfügbarem Calcium, Phosphor und Vitamin D. Vitamin D reguliert unter anderem die Ein- und Auslagerung von Calcium und Phosphor aus den Knochen.

Wie wird Miravit CalciStart angewendet?

Dr. Sudeick: 500 Milliliter Miravit CalciStart werden der Kuh unmittelbar vor oder nach der Kalbung verabreicht. Eine zweite Gabe sollte im Abstand von acht bis zwölf Stunden erfolgen. Das Produkt ist geschmacksneutral, sodass die Kühe es freiwillig aufnehmen. Eine Zwangseingabe mit der Drenchpistole ist somit nicht notwendig.

Als Praxistipp kann das Produkt zusammen mit einer Elektrolytlösung wie Miravit KuhStarter oder einem Energietrunk wie Miravit MaltoDrink direkt nach der Geburt an die Kuh vertränkt werden.


Fragen zu diesem Thema beantwortet Dr. Svenja Sudeick, Telefon 0251 . 682-2426, svenja.sudeick@agravis.de und Ihre AGRAVIS-Produktionsberater vor Ort.



Um die Nährstoffe aus der Fütterung effektiv im Organismus nutzen zu können, ist eine gesunde Entwicklung des Magen-Darm-Traktes besonders wichtig.

Grundstein für Gesundheit rechtzeitig legen

Die Produktsicherheit und –qualität zählen neben der Tiergesundheit zu den bedeutendsten Faktoren in der Legehennenhaltung. Die vergangenen Monate zeigten, welche Bedeutung diese Faktoren in der Eierproduktion haben. Den Grundstein für die Tiergesundheit und die Vermeidung von aggressivem Verhalten der Tiere gilt es rechtzeitig zu legen.

Magen-Darm-Gesundheit entscheidend

Die Eiqualität und Schalenstabilität sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Eivermarktung. Um die Nährstoffe aus der Fütterung effektiv im Organismus nutzen zu können, ist eine gesunde Entwicklung des Magen-Darm-Traktes besonders wichtig. Mehr als 60 Prozent der Immunabwehr finden im Darm statt. Die Bildung einer funktionierenden Darmbarriere beschreibt die Fähigkeit des Darms, das Eindringen von pathogenen Erregern aus dem Darminneren in den Organismus der Tiere zu unterbinden. Probiotische Mikroorganismen, die im Miravit Microflosan S mit wirtsspezifischem Charakter enthalten sind, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine Besiedlung des Dünn- und Blinddarms mit den wirtsspezifischen Mikroorganismen über das Tränkewasser zeigen besonders in der frühen Lebensphase einen positiven Effekt. Miravit Microflosan S kann die Darmgesundheit und somit die Verdauungsfunktionen fördern, um die Nährstoffe effektiv für die Produktion der Eier und den Erhaltungsbedarf zu resorbieren. Eine Verabreichung an den ersten Lebenstagen und jeweils nach Stresssituationen hat sich in dieser Hinsicht bewährt. Eine weitere Verabreichung ist in der ersten Woche nach der Umstallung in den Legehennenstall empfehlenswert, um einem möglichen mikrobiellen Ungleichgewicht im Darm entgegenzuwirken.

Bekämpfung der roten Vogelmilbe

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine vorbeugende Bekämpfung der Roten Vogelmilbe in den Legehennenställen in den ersten Monaten des Jahres von großer Bedeutung ist. Die Lebensweise dieses Parasiten steht in Abhängigkeit mit der Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Somit kann sich die Dauer der Entwicklung vom Ei bis hin zur adulten Milbe auf ca. zwei Wochen verringern, sobald die Temperatur 25 °C beträgt. Eine schnelle Entwicklung der Population und somit negative Auswirkungen auf die Tiergesundheit und die Eiqualität wären die Folge. Der Anteil an verkaufsfähigen Eiern könnte auf Grund von blutigen Verschmutzungen der Eischale reduziert werden.

Aufwertung von Desintec M-Ex Profi 80

Eine weitere Auswirkung des Milbenbefalls können die Schwächung des Immunsystems, abnehmende Eigewichte und Verletzungen durch auftretenden Kannibalismus sein. Um diesen Auswirkungen vorzubeugen, hat sich der Einsatz von Desintec M-Ex Profi 80 im frühen Jahresverlauf in den vergangenen Jahren bewährt. Eine physikalische Aufwertung des Produktes zielt auf die Steigerung in der Effektivität bei der Bekämpfung der Roten Vogelmilbe hin. In diesem Zusammenhang konnte der LD50-Wert auf viereinhalb Stunden nach Abtrocknung des Produktes herabgesetzt werden. Dieser Wert gibt die Zeit an, in der 50 Prozent der Milben nach Abtrocknung der Gebrauchslösung auf der Oberfläche des Anlagensystems bei optimalen Bedingungen abgetötet werden können. Eine weitere Steigerung in der Effektivität kann durch die rechtzeitige Ausbringung von Desintec M-Ex Profi 80 erreicht werden, bevor die Anzahl an Roten Vogelmilben auf ein zu hohes Maß ansteigt.

Vorbeugung einer schwachen Eischale

In der späteren Phase der Legeperiode gilt es, einer schwächeren Eischale vorzubeugen. Häufig ist eine abnehmende Calcium-Resorption im Dünndarm die Ursache. Vitamin D3 ist in der aktivierten Form von Calcidiol im Miravit CalPhos/Calcidiol enthalten und kann den Calcium-Phosphor- Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht bringen. Der Prozess der Eischalenbildung kann wieder stabilisiert werden. Eine Verabreichung sollte über drei Tage alle vier Wochen über das Tränkewasser dosiert werden. Im gesamten Verlauf der Legephase gilt es, die Managementfaktoren zu optimieren, um Tiergesundheit, Qualität und Sicherheit der produzierten. Eier positiv zu beeinflussen.

Mehr Informationen zu den Hygiene- und Vitalisierungskonzepten erhalten Sie bei Ihrem AGRAVIS-Ansprechpartner vor Ort oder bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357, andre.stevens@agravis.de.

Biozide vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.



AGRAVIS aktuell 1/2018



Milchhof Große Kintrup setzt auf neues Kälbermanagement

Sind als Team erfolgreich (v. li.): Herdenmanager Tobias Adler, Elias Schulze Lefert (AGRAVIS Raiffeisen AG), Johannes Wöstmann (Raiffeisen Bever-Ems eG) und Dominique Jeske (AGRAVIS Raiffeisen AG).
Durchfall, Flechte, Grippe – Tobias Adler weiß, wie die Kinderkrankheiten den Kälbern zusetzen können. Vor vier Jahren waren es dem Herdenmanager des Milchhofs Große Kintrup in Münster-Handorf noch zu viele Krankheiten, die seinen jüngsten Schützlingen den Start ins Leben erschwerten. So erarbeitete er gemeinsam mit Dominique Jeske, AGRAVIS-Spezialberaterin für Kälber, und Elias Schulze Lefert, AGRAVIS-Spezialberater Rind, Schritt für Schritt ein neues Managementsystem für die Kälberaufzucht. Heute liegen die Kälberverluste nur noch bei 1,8 Prozent, die Tierarztkosten für die Kälber liegen bei nahezu Null.

Biestmilchmanagement

„Wir haben jeden Schritt im System unter die Lupe genommen und einiges auf Links gedreht“, wirft Tobias Adler einen Blick zurück. Als erstes wurde das Biestmilchmanagement verändert: Die erste Mahlzeit der Kälber besteht aus Biestmilch der Mutterkuh. „Das haben wir schon immer so gemacht“, erklärt Adler. „Jetzt testen wir aber bei jeder Kuh die Biestmilchqualität. Ist die Qualität nicht ausreichend, bekommen sie nun eine Tube Miravit Oramun Plus.“ Dominique Jeske ergänzt: „Dieses Ergänzungsfuttermittel sichert bei neugeborenen Kälbern die zusätzliche Versorgung mit Immunglobulinen, Eisen und Vitaminen bei mangelhafter Biestmilchqualität oder -menge. Dadurch werden die Tiere widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten.“

Ad libitum Fütterung

Eine weitere wichtige Änderung wurde mit der Einführung der ad libitum-Fütterung durchgeführt: In den ersten drei Lebenswochen erhalten die Kälber zehn Liter Vollmilch am Tag. Dabei bleibt der Eimer Tag und Nacht vor dem Iglu hängen, sodass die Kälber jederzeit Zugang zur Milch haben. Mit Kälbertafeln an jeder Box hält der Herdenmanager mehrmals am Tag fest, wie viel Milch schon getrunken wurde. Für eine bessere Eisenversorgung wird Miravit MilkIdeal in die Vollmilch eingerührt – insgesamt 100 Gramm pro Tier und Tag. „Vor allem für eine ausreichende Versorgung mit Eisen ist der Einsatz des Ergänzungsfuttermittels bei der Vollmilchtränke ein Muss“, macht die Beraterin deutlich. „Wir haben festgestellt, dass sich die Kälber dadurch besser entwickeln, agiler und vitaler sind “, fügt Adler hinzu. Außerdem erhalten die Kälber von Anfang an Wasser und Combikorn Kälbermais zur freien Verfügung.

Von Vollmilch auf Milchaustauscher

Nach 21 Tagen ad libitum-Vollmilchtränke werden die Tiere auf den Milchaustauscher Combimilk Spezial umgestellt und erhalten insgesamt acht Liter am Tag. „Wir stellen relativ früh um, da die Kälber nach drei Wochen auf die Aufzuchtbetriebe in Greven und Ahaus kommen“, erläutert Adler. „Dadurch sind sie schon an den Milchaustauscher gewöhnt, wenn die Umstallung erfolgt, und wir erzeugen keinen zusätzlichen Stress durch die Futterumstellung.“ Combikorn Kälbermais wird noch einige Wochen gefüttert. Erst später werden die Tiere an Gras- und Maissilage gewöhnt. Darüber hinaus besteht ein strenges Hygienemanagement auf dem Betrieb. So werden die Abkalbeboxen nach jeder vierten Kalbung, spätestens aber nach 14 Tagen entmistet und täglich neu eigestreut. Auch die Kälberiglus werden täglich eingestreut und nach jedem Kalb gereinigt und desinfiziert. Außerdem hat jedes Kalb seinen eigenen Eimer. So wird die Belastung durch Keime gering gehalten.

Langlebige Milchkühe

Nach zwei Jahren kommen die Jungtiere tragend zurück. „Wenn die Tiere in die Laktation kommen, zeigt sich, wie fit sie wirklich sind“, verdeutlicht AGRAVIS-Spezialberater Elias Schulze Lefert. „Den Grundstein dafür legt der Betrieb aber schon ab dem ersten Lebenstag. Die Erfahrungen auf dem Milchhof Große Kintrup zeigen: Insbesondere wenn die weibliche Nachzucht für die Remontierung der Milchviehherde genutzt wird, zahlt sich die intensive Aufzucht aus. Dann kann der Betrieb auf leistungsstarke, gesunde und langlebige Milchkühe im Stall setzen.“

Tobias Adler freut sich, dass das System greift. „Seit der Einführung haben wir deutliche Verbesserungen erzielt: Die Kälber haben weniger Krankheiten, entwickeln sich besser und sind später vitale Milchkühe. Jede einzelne Maßnahme für sich ist wichtig, aber erst alle gemeinsam, die dazu passenden Produkte und eine gute Beratung bringen ein sichtbares und messbares Ergebnis.“

Infos gibt es bei Dominique Jeske, Telefon 0173 . 7293226 oder dominque.jeske@agravis.de.

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Infektionsketten wirksam unterbrechen

Mist, Staub, Insekten, Schuhe und Fahrzeugreifen sind nur einige Faktoren, an denen Kokzidien bereits innerhalb und außerhalb von Geflügelställen nachgewiesen wurden. Die Kokzidiose ist eine parasitäre Darmerkrankung des Geflügels, die jährlich weltweit einen großen Schaden in der Geflügelwirtschaft verursacht. Nach der Aufnahme von sporulierten Oozysten aus der Umwelt erfolgt eine Freisetzung der Sporozoiten im Darm des Geflügels. Weiterhin findet eine Vermehrung durch Spaltung in Form von mehrfachen Kernteilungen statt, die gebildeten Merozoiten befallen weitere Zellen und ein mehrphasig verlaufender Vermehrungszyklus kann mit einem unterschiedlich starken Verlauf befallene Darmzellen zerstören. Im weiteren geschlechtlichen Vermehrungsschritt werden die Oozysten gebildet, mit dem Kot wieder ausgeschieden und sporulieren innerhalb von 48 Stunden.

Schäden durch Kokzidien

Welchen Schaden die Kokzidiose im Tier verursacht, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Vitalität des Tieres kann den Krankheitsverlauf beeinflussen. Ein positiv entwickelter Darm kann in dieser Situation widerstandsfähiger sein, als ein Darm, der sich bereits mit anderen Infektionen auseinandersetzt. Im Hinblick auf einen positiv entwickelten Darm hat sich der Einsatz von Miravit Microflosan S, einer Kombination aus mehreren wirtsspezifischen Mikroorganismen zur Besiedlung und Kolonisierung im Dünndarm und Blinddarm, direkt nach der Einstallung und nach dem ersten Futterwechsel, bewährt. Auch kann die Möglichkeit bestehen, durch ein entsprechendes Einstreumanagement das Risiko einer Kontamination zu reduzieren.

Die Einstreu beachten

Feuchte Stellen in der Einstreu sollten durch eine entsprechende Steuerung und Einstellung der Leitungen für Tränkewasser und durch das Klimamanagement vermieden werden. Falls es dennoch zu einem erhöhten Feuchtigkeitsgehalt in der Einstreu kommt, sollten diese Bereiche nachgestreut werden. Desintec SoftCell, ein Einstreuprodukt bestehend aus Lignocellulose, stellt sich in dieser Hinsicht, auf Grund seiner schnellen und ergiebigen Wasserbindungseigenschaften, als besonders geeignet dar.

Reinigung und Desinfektion

Während der Serviceperiode sollte die Möglichkeit genutzt werden, Infektionsketten zu unterbrechen und die Anzahl an Bakterien, Viren, Pilzen und Kokzidienoozysten zu reduzieren. Der Abtransport des Mistes von dem Standort des Betriebes ist dabei der erste entscheidende Faktor, um spätere Kontaminationen auf dem Standort zu unterbinden. Die Oberflächengestaltung außerhalb und innerhalb des Stalles entscheidet maßgeblich darüber, welches Ergebnis nach der gründlichen Reinigung mit Wasser erreicht werden kann. Grundsätzlich sollte nach dem Einweichen und dem Vorwaschen des Stalles ein alkalischer Reiniger auf die Oberfläche aufgetragen werden. Desintec StallClean Basis, ein hochalkalisches Reinigungsmittel mit einem pH-Wert von 12,5, entfernt während der Grundreinigung den Fett- und Eiweißfilm von der Oberfläche. Organische Substanz würde den Wirkungsprozess der einzelnen Wirkstoffe nach Ausbringen der Desinfektions-Gebrauchslösung herabsetzen. Beim Nachweis von Kokzidienoozysten im Stall sollte ein Wirkstoff gewählt werden, der die Kokzidienoozysten wirksam reduzieren kann.

Desintec Fl-des Allround, ein 2-Komponenten Desinfektionsmittel, welches wirksam gegen Bakterien, Viren, Pilze und Kokzidienoozysten ist, weist somit eine Wirkung für alle erforderlichen Bereiche auf. Als sehr vorteilhaft gilt zu erwähnen, dass mit dieser Wirkstoffkombination ein Arbeitsschritt gegenüber vergleichbaren Varianten auf dem Markt eingespart werden kann. Besonders in der zeitlich begrenzten Serviceperiode kann somit wertvolle Zeit gewonnen werden. Fahrzeuge, Zubehör, Schuhe und den Außenbereich vor dem Stall gilt es nach der Reinigung ebenfalls zu desinfizieren, um spätere Kontaminationen zu vermeiden.

Alle Maßnahmen sind die Voraussetzung für die Tiergesundheit und somit für den Erfolg im darauffolgenden Durchgang. Ein bedeutender Teil der gesamten Immunabwehr erfolgt im Darm und ist somit entscheidend für die Vitalität der Tiere.

Mehr Informationen zu den Hygiene-und Vitalisierungskonzepten gibt es bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357 oder andre.stevens@agravis.de.



Heute schon an die Herde von morgen denken

Langlebige und leistungsfähige Kühe sollen es werden – das ist der Wunsch eines jeden Milchviehhalters. Neben gesunden Klauen, einem gepflegten Euter und einer bedarfsgerechten Fütterung ist eine gut durchdachte und geplante Kälber- und Jungrinderaufzucht sehr wichtig für die künftige Herde.

In einer systematisch gut geplanten Kälberaufzucht sinkt die Verlustrate deutlich unter 10 Prozent, wenn die Umgebung (Hygiene, Licht, Luft, Wasser) das zulässt. Es stehen also mehr junge, leistungsfähige Färsen zur Verfügung. Werden gleichzeitig in der Milchviehherde die Pflegemaßnahmen an Klauen und Euter intensiviert und die Fütterung gerade in den ersten 100 Tagen optimiert, verringert sich zudem die Remontierungsquote. Jeder Milchviehbetrieb muss sich dann also Gedanken darüber machen, wie die überschüssigen Tiere am besten zu vermarkten sind. Eine interessante Option ist der Einsatz von gesextem Sperma.

In Zukunft würden die besten Kühe mit der Milchrasse besamt (Schwarzbunt/HF), in der Hoffnung auf ein Kuhkalb. Bei den weniger guten Tieren würde dann eine Fleischrasse eingesetzt (beispielsweise blau-weiße Belgier), in der Hoffnung auf ein Bullenkalb. Diese Bullenkälber werden vom Handel für die Fresserproduktion gesucht und relativ gut bezahlt. In Zukunft würde dieser Betrieb also nur noch die Rinder halten, die für die eigene Remontierung benötigt werden. Vor dem Hintergrund der neuen Düngeverordnung ist ein niedriges Erstkalbealter bei einer gleichzeitig niedrigen Remontierungsquote eine interessante Option.

Moderne Kälberaufzucht

Die moderne und sinnvoll geplante Kälberaufzucht sieht folgendermaßen aus: Nach der Geburt wird das Kalb in den ersten zwei Stunden mit drei bis vier Litern Biestmilch versorgt. In den kommenden Tagen wird die Biest-/Vollmilch nicht rationiert, das Kalb darf so viel trinken, wie es möchte. Im Mittel werden in den ersten drei Wochen 10 Liter Milchtränke pro Tag angeboten (5 Liter pro Mahlzeit). In der ersten Woche 1 Liter weniger, in der dritten Woche 1 Liter mehr. Nach etwa drei Wochen beginnt das Absetzen der Milch, nach zehn bis zwölf Wochen sind die Kälber abgesetzt. Nach der Biestmilchphase kann Vollmilch zum Einsatz kommen, zusammen mit dem Ergänzer Miravit MilkIdeal oder der Milchaustauscher CombiMilk Galant. Neben der Milch bekommen die Kälber eine TrockenTMR (Totale Mischration) zur freien Aufnahme (Vorschlag: 20 Prozent Häckselstroh, 75 Prozent CombiKorn Kälbermais, 5 Prozent Miravit MaltoDrink). Silagen können die Kälber erst nach zwei Monaten vernünftig verwerten. Ist die Kälbergruppe inhomogen, wird die Silage permanent neben der Trocken-TMR angeboten (Buffetfütterung). Die Empfehlungen zur Versorgung der Jungrinder bis zur Kalbung hat die AGRAVIS Raiffeisen AG in einem Plan zusammengefasst. Diese können Interessierte im Internet unter www.combimilk.de herunterladen.

Belüftung im Kälberstall

Bei der modernen Fütterung kommt der Luftqualität im Kälberstall eine besondere Bedeutung zu. Intensiv aufgezogene Kälber fressen wie die Löwen und haben einen intensiven Stoffwechsel, sie neigen zum Schwitzen. Eine gute Belüftung ist daher wichtig. Gute Erfahrungen sind in den vergangenen Monaten mit der Überdrucklüftung gemacht worden. Bei diesem Verfahren wird frische Luft über gelochte Schläuche oder Rohre gezielt in den Stall geleitet.

Bei Fragen zu diesem Thema stehen Klaus Bürsken, Telefon 0172 . 5306363, klaus.buersken@agravis.de, die Berater der AGRAVIS-Mischfuttergesellschaften oder die kostenlose CombiMilk-Hotline 0251 . 682-1133 zur Verfügung.



AGRAVIS aktuell 4/2017



Alexander Kintrup (re.), Futtermittel-Spezialberater der Raiffeisen Münsterland West GmbH.
Seit Anfang Dezember 2016 ist Alexander Kintrup als Futtermittel-Spezialberater für die Raiffeisen Münsterland West GmbH tätig. Er betreut landwirtschaftliche Betriebe von den Stadträndern Münsters bis an die niederländische Grenze. Zu seinen Kunden zählen Schweine-, Rinder- und Geflügelbetriebe. Ihnen steht er beratend, vor allem im Bereich der Spezialprodukte (Hygieneprodukte, Schadnagerbekämpfung, Ergänzungsfuttermittel), zur Seite.

Ein Beratungsschwerpunkt ist das Ergänzungsfuttermittel Miravit EukaMint, das exklusiv im Produktportfolio bei den Raiffeisen-Genossenschaften erhältlich ist. Vor etwa zwei Jahren wurde die Zusammensetzung optimiert, um es an die aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen. Das Ergänzungsfuttermittel besteht aus speziell ausgewählten ätherischen Ölen. Es ist Baustein des Miravit-Vitalisierungskonzeptes und beinhaltet durch die Synergie der einzelnen ätherischen Öle auch antioxidative Effekte, welche während der Ein- oder Umstallphase den Organismus der Tiere stabilisieren können.

Miravit EukaMint kann zur Unterstützung in Stresssituationen und bei Klimaveränderungen (hohe Tag-Nachtschwankungen oder Klimaveränderungen während des Jahresverlaufes) eingesetzt werden. Es kann zusätzlich den Appetit von Schweinen, Rindern und Geflügel anregen. Alexander Kintrup hat auf den Betrieben, die er betreut, bislang sehr gute Erfahrungen mit dem Produkt gemacht.


Was ist das Besondere an Miravit EukaMint?

Kintrup: Miravit EukaMint gibt es in zwei verschiedenen Formen. Es kann als flüssige Variante, Miravit EukaMint liquid, über das Tränkewasser oder das Fließfutter verabreicht werden, oder aber als Pulver, Miravit EukaMint powder, über mehlförmiges Mischfutter. Der Landwirt ist im Einsatz flexibel und kann abhängig von der Dosiertechnik selbst wählen, welche Verabreichungsweise für seinen Betrieb optimal ist. Das Ergänzungsfuttermittel wird im 5 Liter-Kanister oder 5 Kilogramm-Eimer vertrieben.

Bemerkenswert finde ich, dass Miravit EukaMint vielseitig eingesetzt werden kann, sowohl bei Geflügel, Schweinen als auch bei Rindern. Bei Putenküken ist ein Einsatz über das Tränkewasser in den ersten vier Lebenswochen, aufgrund der Sensibilität bei Geschmacksveränderungen, nicht zu empfehlen.

Wann setzen die Landwirte ihrer Erfahrung nach Miravit EukaMint ein?

Kintrup: Einsatzschwerpunkte sind die Wintermonate, vor allem die Übergänge vom Herbst zum Winter und vom Winter zum Frühling. Weiterhin ist ein Einsatz bei hohen Differenzen zwischen Tag- und Nachttemperatur, wie es in den Sommermonaten vorkommen kann, zu empfehlen. Diese Temperaturschwankungen werden auch von den Tieren registriert und können unter Umständen zu Stress führen. Mit Miravit EukaMint bleibt das Futter stets attraktiv und die Futteraufnahme konstanter. Bewährt haben sich Dosierungen von 150 Milliliter Miravit EukaMint liquid pro 1.000 Liter Tränkewasser und 300 Gramm Miravit EukaMint powder je Tonne Futter.

In der Broilermast empfiehlt sich der Einsatz unter anderem rund um die Vorausstallung, denn diese kann erhöhten Stress für die im Stall verbleibenden Tiere bedeuten. Die Verabreichung erfolgt über das Tränkewasser. Ziel ist es, besonders in den Herbst- und Wintermonaten den Organismus der Tiere bei einem veränderten Klima im Stall nach dem Öffnen der Stalltüren zu stabilisieren. Unsere Kunden berichten, bei regelmäßigem Einsatz alle zwei Wochen über drei Tage, von positiven Beobachtungen.

Welche Resonanz bekommen Sie von den Landwirten?

Kintrup: Die Resonanz der Kunden ist sehr positiv. Sie berichten übereinstimmend, dass es sinnvoll ist, Miravit EukaMint in Stresssituationen und bei Temperaturschwankungen einzusetzen. Vor allem in der Broilermast, der Ferkelaufzucht und bei Mastschweinen kann ich die guten Erfahrungen meiner Kunden weitergeben.

Weitere Infos sind bei den Produktionsberatern, Telefon 0251 . 682-1133 erhältlich.



AGRAVIS aktuell 3/2017



Mit der Miravit Thermotool-App vorausschauend handeln

Die thermoneutralen Zonen, somit der Wohlfühlbereich der einzelnen Geflügelarten, differenzieren sich untereinander und in Abhängigkeit von Alter und Gewicht sehr stark. So bevorzugen beispielsweise die Legehennen einen Temperaturbereich von unter 20 °C, wobei das Mastgeflügel besonders im vorderen Mastverlauf eine höhere Temperatur vorzieht. Besonders die Sommermonate stellen die Geflügelbetriebe immer wieder vor ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl im Herdenmanagement. Große Differenzen zum einen zwischen der Tag- und Nacht-Temperatur und zum anderen zwischen den einzelnen Tagen sind keine Seltenheit. Zudem beeinflusst die Wärme, die während der Verdauungsprozesse produziert wird, den Organismus zusätzlich.

Das Geflügel ist in der Lage, die Thermoregulation in Form von Konvektion (Wärmeabgabe über die Haut) zu steuern. Dieser Mechanismus kann allerdings nur bei Vorhandensein eines Temperaturgefälles zwischen Körper- und Umgebungstemperatur funktionieren. Bei Überschreiten eines Wertes von zirka 33 °C der Umgebungstemperatur kann die Thermoregulation nur noch überwiegend durch die sogenannte Schnabelatmung stattfinden. Diese Situation würde für das Tier zusätzlichen Stress in Form einer erhöhten Atemfrequenz und schließlich einer zusätzlichen Belastung bedeuten. In diesem Fall werden im Organismus des Geflügels zunehmend freie Radikale gebildet, die wiederum einen negativen Effekt besonders auf das Herz-Kreislauf-System haben können.

Der Organismus ist einer zunehmenden Belastung ausgesetzt und das Leistungsniveau kann sich somit verringern. Im schlimmsten Fall kann es zu einer deutlich erhöhten Mortalität innerhalb des Bestandes kommen.

Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, gilt es, das Geflügel in diesen Phasen zu unterstützen. Zum einen sind eine Steuerung des Stallklima-Managements, eine ausreichende Wasserversorgung und die Funktionalität der Not-Stromversorgung unerlässlich. Zum anderen gilt es, den Bestand während Hitzestresssituationen zusätzlich mit Ergänzungsfuttermitteln zu unterstützen. Ein kombinierter Einsatz aus Miravit AscoStabil und Miravit Hydrolac hat sich dabei in den vergangenen Jahren bewährt. Eine Kombination aus Ascorbinsäure und Polyphenolen, wie sie im Miravit AscoStabil vorkommt, unterstützt die antioxidative Fähigkeit im Organismus, die freien Radikale zu binden und somit unschädlich zu machen. Die Polyphenole in dieser Kombination sorgen unter anderem für eine längere Stabilität der hergestellten Tagesration, als es bei anderen vergleichbaren Zusammensetzungen der Fall ist. Die ausgewählten Elektrolyte, wie sie im Miravit Hydrolac enthalten sind, kompensieren Elektrolytverluste, welche durch die Schnabelatmung entstehen können. Die kombinierte Verabreichung dieser beiden Produkte sollte am Tag der Hitze und am darauf folgenden Tag über das Tränkewasser erfolgen.

Als kostenloses Service-Tool bietet das Miravit-Konzept in diesem Jahr zusätzlich die Thermotool-App für das Smartphone an. Hier besteht die Möglichkeit, diese entweder über den Google Play-Store oder über den iTunes-Store auf das Smartphone oder den Tablet-PC herunterzuladen. Nach der Eingabe des Wohnortes und der Tierart errechnet die App einen Hitzestress-Index aus der jeweiligen Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dieser wird in einer Skala farblich dargestellt und das Gefahrenpotenzial für den aktuellen Tag und eine Vorhersage für die kommenden fünf Tage lassen sich daran ablesen. Hinter dem „Was ist zu tun“- Button sind für jede Gefahreneinschätzung diverse Managementempfehlungen hinterlegt, die zum einen auf die Gestaltung des Stallklimas und zum anderen auf die zusätzliche unterstützende Versorgung des Geflügelbestandes mit Vitaminen und Elektrolyten hinweisen. Die extremen Hitzestressphasen traten in den vergangenen Jahren häufig sehr plötzlich auf, sodass die Zeit zum Handeln begrenzt war. Sowohl die Wartung aller technischen Stallklimaelemente als auch ein Vorrat an Ergänzungsfuttermitteln, wie Ascorbinsäure, Polyphenole und Elektrolyte, sollten auf dem Geflügelbetrieb gewährleistet sein, um ein schnelles Handeln zu ermöglichen.

Infos gibt es bei Andre Stevens, Telefon 0175 . 2958357, andre.stevens@agravis.de.

Zur Broschüre: Hitzestress im Geflügelstall



Biestmilchqualität mit Hefezellwandbestandteilen verbessern

Nach dem Einsatz spezieller Hefezellwandbestandteile in der Trockensteherfütterung verbesserte sich die Qualität der Biestmilch auf einem Milchviehbetrieb in der Gemeinde Uplengen sehr deutlich. Die Biestmilchspindel zeigt nun einen sehr viel höheren Gehalt an Immunglobulinen. Die Ausgangssituation auf dem Betrieb stellte sich wie folgt dar:

  • leichte Geburten, gute und schnelle Aufnahme der Biestmilch
  • ab dem zweiten Tag Trinkunlust und zunehmende Lebensschwäche
  • ab dem vierten Tag Durchfall/Fieber/Infektionen
  • Behandlungen (Antibiotika etc.) meist nicht erfolgreich.

Unterschiedliche Antibiotika und Futterzusätze brachten keinen Erfolg. Die Überprüfung der Biestmilch mit Hilfe einer Spindel lieferte dann ein eindeutiges Ergebnis: Die Biestmilchqualität war unzureichend. Daraufhin wurden die Trockensteher mit speziellen Hefezellwandbestandteilen über eine Leckmasse versorgt und die Biestmilch weiterhin getestet. Schon nach wenigen Wochen verbesserte sich die Qualität und pendelte sich langsam in der grünen Zone der Biestmilchspindel ein. Auch die Kälbergesundheit verbesserte sich. Behandelt wird zwar immer noch, aber eher prophylaktisch, um den Gesundheitsstatus zu erhalten und die Kälber zu unterstützen. Die Kälberverluste verringerten sich rapide und der Landwirt sieht eine deutliche Tendenz aufwärts.

In der Mutterschafhaltung werden Hefezellwandbestandteile bereits seit längerer Zeit eingesetzt. Wissenschaftliche Versuche in England zeigten, dass der Gehalt an Immunglobulinen um zirka 25 Prozent gesteigert werden konnte, wenn die Mutterschafe in den letzten sechs Wochen der Trächtigkeit mit diesem Zusatz versorgt worden sind.

Ohne Hefezellwandbestandteile
Mit Hefezellwandbestandteile
Jedem Milchviehhalter ist bekannt, dass die Biestmilchversorgung der Neugeborenen direkt nach der Geburt entscheidend ist. Gefordert werden drei bis vier Liter direkt nach der Geburt. Diese Empfehlung beruht auf der Erkenntnis, dass die Biestmilch der Kühe im Durchschnitt etwa 70 Gramm Immunglobuline pro Liter enthält und das Kalb mit mindestens 200 Gramm versorgt werden muss. Zu bedenken ist allerdings, dass die Schwankungen des Immunglobulingehaltes in der Biestmilch sehr hoch sind, unabhängig vom Alter der Kühe. Im besten Fall liefert eine gute Biestmilch bis zu 200 Gramm Immunglobuline/Liter. Im schlechtesten Fall liegt der Gehalt bei unter 20 Gramm. Und es scheint so zu sein, dass die Qualität der Biestmilch in den vergangenen Jahren schlechter geworden ist. In jedem Fall ist es also ratsam, die Biestmilch mit Hilfe einer Spindel zu beurteilen (siehe Fotos: Die Qualität der Biestmilch wird mit Hilfe einer Biestmilchspindel gemessen. Diese hat sich nach dem Einsatz spezieller Hefezellwandbestandteile deutlich verbessert).

Ein Tipp: Bei unzureichender Biestmilchqualität hilft eine Tube Miravit Oramun plus dem Kalb über den Berg.


Die Hefezellwandbestandteile können ab sofort in Form der Leckmasse Crystalyx Trockensteher LIN den Kühen in der Trockenstehphase ad libitum angeboten werden. Zusätzlich sollte in diesem Zusammenhang die Haltung der Trockensteher kritisch überprüft werden:

  • Klauen- und Stoffwechselerkrankungen behandeln
  • Euterentzündungen vorbeugen
  • ausreichend Platz anbieten (zehn Quadratmeter/Tier)
  • saubere Einstreu, Pilzbelastungen des Futters vermeiden
  • sauberes Wasser aus mehreren Selbsttränken
  • Stress vermeiden (Überbelegung, zu wenig Fressplätze etc.)

Weitere Informationen gibt es bei den AGRAVIS-Produktionsberatern, Klaus Bürsken, Telefon 0172 . 5306363, klaus.buersken@agravis.de, bei der kostenlosen Hotline 0251 . 682-1133 oder unter www.combimilk.de.



AGRAVIS aktuell 2/2017



Hygienespezialisten der AGRAVIS unterstützen bei betriebsindividuellem Maßnahmenplan

Salmonellen sind widerstandsfähige Bakterien, die nahezu überall in der Umwelt vorkommen können. Beim Schwein erfolgt die Infektion mit Salmonellen vorwiegend oral über Kot, Schadnager oder durch die Erregerzirkulation im Bestand. Bei der Vermarktung von Schweinen spielt der Salmonellenstatus des Betriebes zunehmend eine entscheidende Rolle. Hintergrund ist das zum Teil vorhandene zoonotische Potenzial einzelner Salmonellenstämme, die in der Lage sind, schwerwiegende Krankheitsverläufe beim Menschen hervorzurufen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte fest, dass bis zu 200 Personen Fleisch von einem Schwein verzehren. Das verdeutlicht, dass ein Salmonelleneintrag über das Tier in die Lebensmittelkette unbedingt zu vermeiden ist.

ELISA-Test bestimmt indirekt Salmonellenstatus

Der Salmonellenstatus eines Schweinebetriebes wird indirekt durch einen Salmonellen-Antikörpernachweis, den sogenannten ELISA-Test bestimmt, und durch den Parameter „Optische Dichte“ (OD) beschrieben. Der Antikörpernachweis wird bei Schlachtschweinen routinemäßig in einer definierten Probenanzahl je Betrieb und Jahr am Schlachtband durchgeführt. Neben einer solchen Fleischsaftprobe besteht die Möglichkeit, am lebenden Tier den Antikörpernachweis über eine Blutprobe durch den Tierarzt durchführen zu lassen.

In der Vergangenheit hatte der Tierhalter die Wahlmöglichkeit, ob er seine Tiere durch den Tierarzt im Stall oder am Schlachtband beproben ließ. Zwar ist die Blutuntersuchung am lebenden Tier auch weiterhin möglich, jedoch verhindert sie neuerdings nicht mehr die obligatorischen Probenahmen in definiertem Umfang am Schlachtband.

Entwicklung der vergangenen Jahre, Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH, Bonn Stand: Januar 2017
Einteilung in verschiedene Kategorien

Interpretiert werden die Laborergebnisse nach QS wie folgt: Ein Wert bis OD 39 charakterisiert ein negatives Untersuchungsergebnis, ein Wert von OD 40 und mehr ein positives. Über den relativen Anteil positiver Untersuchungsergebnisse am Gesamtprobenumfang findet die Einteilung des Lieferbetriebes in die Kategorien I, II oder III statt. Betriebe, die weniger als 20 Prozent positiver Probenergebnisse vorliegen haben, werden als sogenannte Kategorie 1 Betriebe im Salmonellenmonitoring geführt. Liegt der Betrieb mit seinen positiven Salmonellenproben zwischen 20 und 40 Prozent, handelt es sich um einen Kategorie 2 Betrieb. In der Kategorie 3 sind diejenigen Betriebe zusammengefasst, bei denen mehr als 40 Prozent der Salmonellenproben positiv getestet wurden.


Im Quartal IV 2016 wurden 669 Betriebe im Salmonellenmonitoring als sogenannte Kategorie III-Betriebe geführt, Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH, Bonn Stand: Januar 2017
Schnell Maßnahmen einleiten

Betriebe aus der Kategorie II – aktuell etwa 1/5 der QS-Betriebe – sollten umgehend Maßnahmen zur Salmonellenreduzierung einleiten, um ein „Abrutschen“ in die Kategorie III zu vermeiden. Betriebe dieser Kategorie müssen ihre Einstufung dem Veterinäramt innerhalb von zwei Wochen melden und zusammen mit dem Hoftierarzt oder Schweinegesundheitsdienst Maßnahmen zur Reduzierung des Salmonelleneintrages ergreifen. Ferner haben sie mit Schwierigkeiten bei der Vermarktung ihrer Schlachttiere zu rechnen. Im Quartal IV 2016 sind 200 Betriebe in die Kategorie III abgerutscht. 212 Betriebe befinden sich seit über einem Jahr in dieser kritischen Kategorie.


Aktueller Stand Salmonellen-Monitoring, Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH, Bonn Stand: Januar 2017
Expertise der AGRAVIS Raiffeisen AG

Die AGRAVIS Raiffeisen AG befasst sich bereits seit mehreren Jahren intensiv mit dieser komplexen Thematik. Grundsätzlich handelt es sich bei einem Auftreten von Salmonellen um ein multifaktorielles Erscheinungsbild, welches viele mögliche Ursachen haben kann. Zwingend erforderlich ist eine konsequente Reinigung und Desinfektion der Ställe nach dem Rein-Raus-Prinzip. Die getrennte Aufstallung von Schweinen verschiedener Altersklassen ist dafür Vorrausetzung. Das Ergebnis einer erfolgreichen Stalldesinfektion hängt sehr stark von einer guten Reinigung und der sich anschließenden Desinfektion ab. Insekten und Schadnager sind zeitgleich konsequent zu bekämpfen. Es empfiehlt sich, die Hygienespezialisten der AGRAVIS zur Erarbeitung eines betriebsindividuellen Maßnahmenplanes heranzuziehen.

Neben einer strikten Einhaltung der Hygienemanagementmaßnahmen ist der Zukauf von auf Salmonellen negativ getesteten Tieren ein essenzieller Faktor bei der Erhaltung eines salmonellenunauffälligen Bestandes. Dafür ist erfahrungsgemäß eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Verkäufer und Käufer im Dialog mit dem betreuenden Bestandstierarzt erfolgversprechend.

Anteil positiver Salmonellenproben, Thomas May, QS Qualität und Sicherheit GmbH, Bonn Stand: Januar 2017
Miravit-Produkte als Ergänzungsfuttermittel

Der Darm gilt im Allgemeinen als größtes Immunorgan des Tieres. Diese Sichtweise unterstreicht, dass darmgesunde Fütterung ein weiterer wichtiger Baustein bei der erfolgreichen Salmonellenreduktion ist. Allem voran hat sich der Einsatz von Futtersäuren in der Rationsgestaltung etabliert und schon vielfach in Kombination mit eingeleiteten Managementmaßnahmen zur Statusverbesserung beim Salmonellen-Monitoring geführt. Neben antimikrobiellen Effekten durch die pH-Wert-Reduzierung im Verdauungstrakt wird durch den Einsatz von Miravit L-cid Standard ganz nebenbei auch die Proteinverdaulichkeit und somit die Futterverwertung des Schweines positiv beeinflusst. Dieses Ergänzungsfuttermittel ist ein flüssiges Mischsäureprodukt, welches sowohl über das Tränkewasser als auch über die Flüssigfütterung den Tieren angeboten werden kann. Für Betriebe, die eine Mischsäure im Trockenfutter einsetzen möchten, ist Miravit LactAcid als frei fließende Trockensäure das richtige Produkt. Beiden Säureprodukten ist gemein, dass sie aufgrund ihrer speziellen Rezeptur sowohl äußerst effizient in der pH-Wert-Senkung als auch sehr schmackhaft sind. Hinzu kommen die Anwenderfreundlichkeit (NC-Waren) sowie ein möglicher Verzicht auf die Dokumentationsverpflichtung (HACCP- Konzept).

Positiver Einfluss auf die Magen-Darm-Gesundheit

Diese Verpflichtung besteht hingegen beim Einsatz von Monosäuren. Untersuchungen der Tierärztlichen Hochschule Hannover belegen, dass die Futterstruktur bzw. gröber geschrotetes Futter einen positiven Einfluss auf die Magen-Darm-Gesundheit des Tieres hat und die Salmonellenprävalenz positiv beeinflussen kann. Der positive Einfluss einer Ballaststofferhöhung in der Ration auf das Salmonellengeschehen kann folgendermaßen erklärt werden: Verfügt das Tier im Dickdarm über einen ausreichenden Anteil an bakteriell fermentierbarer Substanz, werden flüchtige Fettsäuren gebildet, die dem Tier wiederum als natürliches Schutzschild dienen und eine Vermehrung von schädlichen Bakterien aus dem hinteren Darmabschnitt erschweren. Das Konzept „Zukunft Füttern“ berücksichtigt u. a. diese Fütterungsaspekte. Dafür wurde das Olympig Allein-, Fisopan Ergänzungs- und VitaMiral-Mineralfutterprogramm dem aktuellen Kenntnisstand entsprechend neu ausgerichtet.

Weitere Informationen zu diesem aktuellen Thema gibt es bei den Produktmanagern Dr. Peter Rösmann, peter.roesmann@agravis.de, und Dieter Jürgens, dieter.juergens@ agravis.de oder unter Tel. 0251 . 682-1144.



Eine Frage des Managements

Vollmilch ist ein hochwertiges Futtermittel, das den Bedarf des Kalbes voll und ganz deckt. Durch das Vertränken von Vollmilch werden Arbeit, Zeit und auch noch Geld gespart. Dies sind die häufigst genannten Gründe, warum Betriebe die Kälber ausschließlich mit Vollmilch tränken. Dominique Jeske, Produktmanagerin Miravit, erläutert die Fakten rund um das Thema Vollmilch.

Ist Vollmilch immer zu empfehlen?
Jeske: Um die Frage zu beantworten, muss zunächst der Begriff Vollmilch geklärt werden. Häufig geht es bei der Vollmilch, die an die Kälber vertränkt wird, nicht nur um qualitativ hochwertige Rohmilch, sondern auch um nicht vermarktungsfähige Milch. Zu nicht vermarktungsfähiger Milch zählen zum Beispiel Kolostrum, aber auch Milch von einer an Mastitis erkrankten oder mit Antibiotika behandelten Kuh. Den Einsatz von Milch von erkrankten oder behandelten Tieren lehne ich ab, da schon geringste Mengen an pharmakologischen Substanzen Resistenzen bei den Tieren hervorrufen können.

Das heißt Milchaustauscher ist doch besser als Vollmilch?
Jeske: Wichtig ist es, die Unterschiede zu kennen und sich für ein System zu entscheiden, das zum Betrieb passt. Beide Fütterungsstrategien können gut funktionieren, wenn sie auf dem Betrieb als eigenständiges System etabliert sind.

Was meinen Sie mit eigenständigem System? Vollmilch melken und vertränken reicht nicht?
Jeske: So einfach ist es nicht. Bei der rationierten Tränke ist es schon eine Herausforderung, die passende Tränketemperatur einzuhalten. Optimal wäre eine Temperatur von zirka 39 °C. Wenn die Milch pasteurisiert wird, um den Keimdruck möglichst gering zu halten, wird sie je nach Verfahren kurzzeitig auf 62 °C bis maximal 65 °C erhitzt. Ein Abkühlen vor dem Tränken ist notwendig. Durch das Pasteurisieren wird der Keimgehalt deutlich reduziert, je nach Verfahren verbleibt aber ein geringer Anteil an Keimen in der Milch. Das Abkühlen bringt die Gefahr mit sich, dass sich die Keime über einen längeren Zeitraum in warmer Milch befinden, die für diese ein optimales Brutmedium darstellt. Wenn man qualitativ hochwertige Milch hat, ist es am besten, diese nach dem Melken kurz zu erwärmen und direkt zu vertränken. So bleibt den Keimen nur ein geringes Zeitfenster, sich zu vermehren.

Wie kann die Milch gleichzeitig warm und ad libitum zur Verfügung stehen?
Jeske: Wenn die Milch ad libitum zur Verfügung steht, muss diese nicht warm gehalten werden. Die Kälber wissen, dass ständig Milch zur Verfügung steht, und trinken kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Um das Keimwachstum einzuschränken und die Verdauung der Kälber zu unterstützen, sollte die Milch angesäuert werden. Hierfür eignet sich der Einsatz von pulverförmigen Säuren, wie Miravit MilchStabil. Ein Vorteil gegenüber dem Einsatz reiner Ameisensäure ist, dass Miravit MilchStabil nach Futtermittelhygieneverordnung nicht dokumentiert werden muss.

Was muss noch beachtet werden?
Jeske: Bei der Vollmilchtränke werden die Kälber zu 100 Prozent mit Milchprotein versorgt. Das Enzymsystem der Kälber ist anfangs auch darauf ausgelegt, diese Proteine zu verwerten. Die Enzyme, um pflanzliche Proteine verwerten zu können, bilden sich erst nach und nach aus. Deshalb kann der Einsatz eines Milchaustauschers mit pflanzlichen Proteinen in der Anfangszeit zu Verdauungsproblemen führen. Betrachtet man also die Proteinquellen, sind Vollmilch und Milchaustauscher nur dann vergleichbar, wenn ein Milchaustauscher mit mindestens 40 Prozent Magermilchpulver, ohne pflanzliche Proteine, eingesetzt wird. Während in Vollmilch aber zum Beispiel nur zirka 0,55 Milligramm Eisen pro Liter Tränke enthalten sind, sind es bei einem durchschnittlichen Milchaustauscher 15 Milligramm Eisen pro Liter Tränke. Der Bedarf eines Kalbes liegt bei 100 Milligramm Eisen pro Tier und Tag. Wenn Vollmilch als alleinige Tränke vertränkt wird, müsste ein Kalb 200 Liter aufnehmen, um ausreichend mit Eisen versorgt zu werden. Daraus ergibt sich, dass Vollmilch immer mit einem passenden Ergänzungsfuttermittel aufgewertet werden muss. Nur so kann der Bedarf an Eisen, anderen Spurenelementen und Vitaminen ausreichend gedeckt werden. Hier hat sich das Produkt Miravit MilkIdeal als Vollmilchaufwerter bewährt.

Wie sieht es mit den Kosten aus?
Jeske: Bei vergleichbarer Energieversorgung müssten entweder 6,5 Liter Vollmilch oder ein Kilogramm eines gleichwertigen Milchaustauschers pro Kalb und Tag eingesetzt werden. Wird verkehrsfähige Milch eingesetzt, sind die Kosten von Vollmilch, inklusive Miravit MilkIdeal, in etwa gleich der Kosten für die entsprechende Menge Milchaustauscher. Setzt man zulässige, nicht vermarktungsfähige Milch, wie Kolostrum, ein, sind die Kosten geringer. Trotzdem sollte eine Entscheidung für oder gegen ein System nicht nur aufgrund der primär verursachten Kosten getroffen werden. Beide Systeme können zu einer erfolgreichen Aufzucht beitragen, wenn sie richtig genutzt werden und zum Betriebsmanagement passen.

Weitere Infos gibt es bei Dominique Jeske, Telefon 0173 . 7293226 oder dominique.jeske@agravis.de.



AGRAVIS aktuell 1/2017



Zwei Konzepte – ein Ziel

Die Witterungsbedingungen im vergangenen Jahr stellten die Landwirte vor eine große Herausforderung bei der Ernte der Grassilage. Häufig konnte der optimale Schnittzeitpunkt nicht eingehalten werden, was sich in der Qualität der Silagen niederschlug. Dies führte insbesondere zu hohen Rohfasergehalten. Auch der Silomais wurde aufgrund des trockenen und warmen Spätsommers auf vielen Standorten mit zu hohen Trockenmasse- und Rohfasergehalten eingefahren. Zum einen resultiert daraus, dass die Silagen insgesamt verringerte Energiegehalte aufweisen. Zum anderen sinkt die Futteraufnahme, da die hohen Rohfasergehalte der Silagen zu einer längeren Verweildauer im Verdauungstrakt führen.

Die Anpassung der Fütterung auf diese mäßigen Qualitäten ist zwingend notwendig, um Gesundheits- und Leistungseinbußen zu vermeiden. Die AGRAVIS Raiffeisen AG bietet unter anderem zwei besondere Ansätze auf Basis von Ergänzungsfuttermitteln an, um ein Energiedefizit und die damit verbundenen Negativeinflüsse auf Gesundheit und Leistung bei den Kühen zu vermeiden. Während mit dem Einsatz von Crystalyx-Leckmassen eine Erhöhung der Grundfutteraufnahme und eine Verbesserung der Verdauung im Pansen erreicht werden können, zielt der Einsatz von Miravit KuhPower darauf ab, die Ration energetisch aufzuwerten und den Pansen zu entlasten.

Infos zu diesem Thema gibt es bei Dominique Jeske, Telefon 0173 . 7293226 oder dominique.jeske@agravis.de oder bei Gerald Krabbe, 0172 . 2316560, gerald.krabbe@agravis.de.

Erfolgreiche Grassilagebereitung bedeutet nicht nur, die grundlegenden Gärprozesse und die darauf aufbauenden Silierregeln zu beherrschen, sondern auch, die gewählte Silierstrategie rechtzeitig den aktuellen Rahmenbedingungen anzupassen. Das klappte in 2016 nicht immer. Deshalb ist es wichtig, jetzt rückblickend herauszufiltern, denn alle einzelnen Arbeitsschritte angefangen vom Feld über die eigentliche Silierung bis hin zur Verfütterung und Hygiene, greifen wie Zahnräder ineinander. Läuft es in einem Verfahrensabschnitt nicht optimal, hat das auch Auswirkungen auf die anderen Bereiche. Mehr dazu auf www.silierung.de.



Gesund und munter durch die kalte Jahreszeit

Obwohl die Anzahl der Kälbergeburten im Winterhalbjahr auf vielen Milchviehbetrieben nicht größer ist als in den Sommermonaten, ist eine höhere Erkrankungsrate der Kälber in dieser Jahreszeit zu beobachten. Damit die Probleme nicht Überhand nehmen, nachfolgend einige Tipps zur Aufzucht im Winter.

Anzustreben sind drei bis vier Liter Biestmilch in den ersten zwei Stunden. Wird diese Menge nicht freiwillig getrunken, sollte gedrencht werden. Mit dem Softdrencher erfolgt diese Maßnahme besonders schonend. Die frühe Versorgung der Kälber mit einer hochwertigen Biestmilch stellt eine lebensverlängernde Maßnahme dar. Die Qualität der Biestmilch lässt sich mit einer Spindel einfach feststellen. Ist die Biestmilch nicht in Ordnung, kommt Miravit Oramun plus zum Einsatz. Eine Versorgung der Neugeborenen mit Eisen und Selen als Injektion ist immer empfehlenswert.

Die Hygiene spielt in Bezug auf die Kälbergesundheit eine entscheidende Rolle. Die Ursache der meisten Durchfallerkrankungen liegt in einer Fäkalinfektion. In der Praxis ist es zwar nicht möglich, zum Zeitpunkt der Geburt hygienisch optimale Bedingungen zu gewährleisten. Ein erster Schritt ist allerdings die reichlich eingestreute Abkalbebox. Gezielt können wir erst in der Einzelbox eingreifen. Diese muss nach jeder Belegung mit Desintec StallClean Basis gewaschen werden. Die Boxen ausschließlich mit kaltem Wasser unter Hochdruck zu reinigen, reicht nicht aus, der Fettfilm wird nicht gelöst. Eine anschließende Desinfektion mit Desintec FL-des Allround ist empfehlenswert.

Die Fütterung beeinflusst den Erfolg in der Kälberaufzucht besonders in der kalten Jahreszeit. Gegenüber der Sommerfütterung benötigt das Kalb im Winter etwa zwei Liter mehr Vollmilch pro Tag. Eine Intensivierung der Aufzucht macht sich gerade im Winter in jeder Hinsicht bezahlt. Die Anzahl der Durchfallerkrankungen nimmt ab. Die Abwehrkräfte der Tiere nehmen zu und bewirken, dass auftretende Infektionen weniger stark ausgeprägt sind. Außerdem beweisen aktuelle Forschungen, dass diese Kälber später als Milchkühe höhere Leistungen bringen und länger in der Herde verbleiben.

Ein Kalb ist in den ersten vier Lebenswochen ein Säugling und damit auf Milch angewiesen. Vollmilch sollte nicht mit Wasser verdünnt werden. Zu empfehlen ist eine Ergänzung der Wirkstoffe mit Miravit MilkIdeal. Kommt eine Milchaustauschertränke zum Einsatz, sollte diese mit 160 bis 180 Gramm pro Liter Wasser angeboten werden. Nach der dritten Woche könnte man die Konzentration um 20 Gramm reduzieren, nach der sechsten Woche noch einmal. Es versteht sich von selbst, dass die Tränke in den ersten vier Wochen keine pflanzlichen Proteine enthalten sollte. Deshalb empfiehlt sich CombiMilk Galant (40 Prozent Magermilchpulver) oder CombiMilk Galant plus (60 Prozent Magermilchpulver) nach der Biestmilchphase.

Tränkemengen pro Tag:

  • 1. Woche: 8 Liter
  • 2. Woche: 10 Liter
  • 3. Woche: 12 Liter
  • danach wird in den nächsten 50 Tagen linear abgetränkt.

Häufiges Entmisten ist die effektivste Maßnahme, um die Luftqualität im Kälberstall zu verbessern. Alle 14 Tage sollte diese Arbeit fest eingeplant werden.

Die Atemwegsinfektionen der jungen Rinder hängen direkt mit der Qualität der Stallluft zusammen. Die Schadgaskonzentration spielt hier eine entscheidende Rolle. Vor allem der Ammoniak beeinflusst die Stabilität und damit die Abwehrkräfte der Schleimhäute. Diese werden dünnflüssiger, die Nase läuft, die Augen tränen. Da Schadgase schwerer sind als Luft, sammeln sie sich im Liegebereich der Kälber. Um diesen Bereich zu belüften, ist eine Luftbewegung im Stall notwendig, die zeitweise auch als Zugluft empfunden wird. Intensiv gefütterte Kälber kommen damit allerdings sehr gut zurecht.

Wenn Sie Fragen oder weiteren Informationsbedarf zu diesem Themenkomplex haben, wenden Sie sich an Ihren Produktionsberater, an Klaus Bürsken unter Telefon 0172 . 5306363 oder wählen die kostenlose Hotline 0251 . 682-1133.



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